Vom Studieren im Elfenbeinturm

by fsr_admin

Was bedeutet es, kritisch zu Studieren?

Sich kritisch mit seinem Studium auseinanderzusetzen, kann viele Gesichter haben – es ist nicht nur eine persönliche Auseinandersetzung, sondern eine Auseinandersetzung mit dem Studienfach, hier der Geographie, selbst. Hierfür kann es sich lohnen, sich einige Fragen zu stellen, die einem das Studium hindurch – und auch danach – begleiten werden.

Viele Menschen kennen vermutlich die Metapher, dass die Universität ein Elfenbeinturm sei – abgeschieden, unberührt und vollkommen losgerissen von dem, was außerhalb seiner Mauern geschieht, lernen (oder lesen) Menschen, Akademiker:innen getauft, von Dingen, denen sie im Leben nicht begegnen. Die Konsequenzen ihrer Forschung und ihrer Lehre sind ihnen nicht bewusst.
Im Naturwissenschaften-Geisteswissenschaften-Antagonismus weist erfahrungsgemäß auch die Geographie gerne diese Metapher von sich, seien Geograph:innen doch richtige Wissenschaftler:innen und würden sich nicht mit den Mühen der Geistes- oder gar Sozialwissenschaften rumschlagen. Wie könnte man sagen, dass Menschen, die in ‘die Ferne’1 fahren, um andere Ökozonen kennenzulernen, Forstwirtschaft und Ressourcenextraktion in anderen Landschaften zu betrachten oder regionale Lebensweisen und Wertschöpfungsketten kennenzulernen, ihre Umwelt nicht kennen würden?

1 Die sogenannten Exkursionen der Geograph:innen sind nicht unumstritten. Für weitere Auseinandersetzung empfehlen wir folgende Lektüre: glokal e.V. “Mit kolonialen Grüßen” und zur Bedeutung der kolonialen Forschungsreisen für die Geographie: Zimmerer 2004.


Sich kritisch mit seinem Studium auseinanderzusetzen, kann viele Gesichter haben – es ist nicht nur eine persönliche Auseinandersetzung, sondern eine Auseinandersetzung mit dem Studienfach, hier der Geographie, selbst. Hierfür kann es sich lohnen, sich einige Fragen zu stellen, die einem das Studium hindurch – und auch danach – begleiten werden.

Dieser Text ist im Rahmen der OE 2020 entstanden und beschäftigt sich mit dem oben genannten Thema. Dabei sind einzelne Aspekte in Unterkapitel aufgeteilt – außerdem findet ihr ganz am Ende ein Quellenverzeichnis, in dem wir (wo möglich) euch alle Originaltexte zur Verfügung stellen. Wir möchten betonen, dass dieser Text eine subjektive Perspektive darstellt, wir – drei Studentinnen der Geographie – haben diese Texte mit unterschiedlichen Motivationen, Perspektiven, Erfahrungen, Positionalitäten und Zielen geschrieben und das sollte euch auch beim Lesen bewusst sein. Wir sind, keine Expertinnen – genausowenig wie alle anderen. Wir hoffen ihr habt Spaß beim Lesen.

Vorwort der Autorinnen
Table Of Contents

1. Was bedeutet es, Studieren zu können? – über das Privileg, studieren zu können

Ein Studium in Deutschland zu beginnen, ist mit immensen finanziellen Hürden verbunden. Bei Deutschlandweiten Semestergebühren von ca. 118-360€ ist Hamburg mit stolzen 332€ (dank 177€ für das HVV-Ticket) keine günstige Stadt, um in ihr zu studieren – die Lebenskosten sind zusätzlich im Deutschlandweiten Vergleich hoch. Im internationalen Vergleich, vor allem mit den USA, England oder Kanada, wo Studienabsolvent:innen meist stark verschuldet in den Berufsbeginn starten, mögen solche Zahlen klein aussehen – dennoch ist Studieren und auch die Studienfachwahl in Deutschland stark mit Einkommen, Berufsausbildung der Eltern sowie weiteren sozioökonomischen Faktoren verknüpft (BMBF 2020). Ein Großteil der Studierenden jobbt neben dem Vollzeitstudium, viele Studierende bekommen trotz Notwendigkeit kein BAFöG, manche Studierende müssen für ihr Studium einen Kredit aufnehmen. Wer studiert, ist somit schon Teil einer elitären Gruppe.

Das Privileg, studieren zu können, bestimmt zu einem nicht unerheblichen Maße natürlich auch, wer vor unseren Augen lehrt bzw. lehren kann und wessen Werke wir lesen. Obgleich viel davon gesprochen wird, dass das Studieren in Deutschland allen frei stünde, ist dem leider noch immer nicht so – ein Blick um sich herum, eine Frage danach, was, wenn vorhanden, die eigenen Eltern und Geschwister sowie auch die der Kommiliton:innen beruflich machen und welchen Ausbildungsweg sie beschritten haben, offenbart häufig, dass Akademiker:innen meist schon aus Akademiker:innenfamilien stammen und/oder die finanziellen Mittel haben, ein Studium zu beginnen – und jene, bei denen es nicht so ist, fehlt oft die Unterstützung – sowohl zuhause als auch an der Universität.

2. Was studiere ich eigentlich? – über die Geschichte der Fachdisziplin Geographie & der Universität Hamburg

Frage 10 Geograph:innen, was für sie Geographie ist, und du erhältst 10 Antworten darauf – Geographie ist eine sehr diverse Disziplin, und das macht sie zu einer so schönen. Angesiedelt irgendwo zwischen Natur- und Geisteswissenschaften (je nachdem, wohin es einen dann mit dem eigenen Schwerpunkt verschlägt) können Geograph:innen Klimamodelle basteln, Stadtpläne entwerfen, partizipative Waldnutzungskonzepte erstellen, feministische Wohnprojekte (siehe folgenden Beitrag zu Feministische Geographie) mitgestalten oder bei Shell dreckig Geschäfte machen. Die Möglichkeiten sind vielfältig.

Aber wie jede andere wissenschaftliche Disziplin hat die Geographie eine Geschichte, mit der ihr euch beschäftigen solltet und werdet. Geographie spielte stets eine entscheidende Rolle in der menschenbewohnten Welt: Geopolitik und die Kartographierung der Welt haben mit fatalen Folgen künstliche Grenzen und ‘Lebensräume’ überall auf der Welt geschaffen. Das ist ein Erbe, mit dem sich kritische Geograph:innen auseinandersetzen sollten, wenn sie mit einem vermeintlich objektiven3 Blick Karten erstellen und Grenzen nachzeichnen, die einst brutal gezeichnet worden sind und noch heute viel Leid und Ungerechtigkeit reproduzieren. Für weitere Auseinandersetzung und der Frage nach kritischen Hinterfragen von Karten siehe: https://notanatlas.org/. Zur weiteren Auseinandersetzung mit Einfluss des Forschenden auf die Forschung in Cahill, C (2007) und Whitson, R. (2017).

Es darf auch nicht vergessen werden, dass Universitäten, vor allem auch die Universität Hamburg, zentrale Rollen sowohl im Kolonialismus als Forschungsinstitute als auch im Nationalsozialismus gespielt haben, um menschenverachtende Ideologien zu lehren, zu verbreiten und jene Menschen des Campus zu verweisen, die Feinde des Regimes waren. Erst im Zuge der Studierendenbewegung der 1968er wurden das Denkmal für Hermann von Wissmann sowie das Denkmal für Hans Dominik, welche einst vor der Universität Hamburg stand und von denen ersteres heute noch immer der Bergedorfer Sternwarte eingelagert wird, gestürzt. Diese Denkmäler sollten die beiden Kolonialoffiziere ‘ehren’ und waren nach ihrer Ausfuhr aus den ehemaligen Kolonien und der Zerstörung im Zweiten Weltkrieg wieder aufgebaut wurden, ehe die Denkmäler ihren Platz vor der Universität Hamburg fanden – erst nach viel Kritik im Rahmen der Studierendenbewegung wurden die Denkmäler endgültig niedergerissen (Speitkamp 2014). Machtstrukturen werden an der Universität und in der Forschung noch immer reproduziert (siehe auch weiter unten), und das ist etwas, womit ihr euch auseinandersetzen solltet (siehe hierzu den Forschungsverbund ‘Forschungsstelle Hamburgs (post-)koloniales Erbe/Hamburg und die frühe Globalisierung sowie den Arbeitskreis Kritische Geographie – in diesen Quellen ist massig Material zum Weiterlesen und Informieren zu finden).

3. Was lerne ich eigentlich ? – über Subjektivität und Gestaltung des Lehrplans

In einer Vorlesung mit 200 anderen Menschen zu sitzen und von jemensch erzählt zu bekommen, dass Theorie Y Sachbestand Z erklärt, kann Eindruck machen. Vor allem, wenn 20 andere Menschen, die in wissenschaftlichen Kreisen Anerkennung genießen, das gleiche predigen, vor allem, wenn das ganze in Harvard-Zitationsstil geschieht, vor allem dann, wenn Theorie Y bereits Theorie X widerlegt hat. Das muss stimmen, oder?

Der Subjektivismus kann einem sagen, dass nichts objektiv richtig sein kann, dass alles subjektiv ist. Und das mag sein, die Frage ist, ob wir daraus Erkenntnisse gewinnen können. Das Wichtige ist, dass wir hinterfragen, was wir erzählt bekommen. Ob es Freund:innen, Elternteile oder Professor:innen sind, denen wir automatisch mehr Respekt und Vertrauen schenken, weil sie mehrere Titel vor ihrem Namen tragen. Wissenschaft unterliegt zwar einem ständigen Wandel, reproduziert sich jedoch selbst (van Noorden, Maher & Nuzzo 2014) – mehr dazu unter Punkt 6. Nicht umsonst lesen wir in allen vornehmlich älteren Wissenschaften noch immer Texte, die hunderte von Jahren alt sind (vor allem in den Geisteswissenschaften, die aus der Zeit stammen, in der alte, weiße, reiche Männer nichts Besseres zu tun hatten, als ihre größtenteils rassistischen Gedanken aufzuschreiben). Ob wir das hinterfragen sollten? Auf jeden Fall. Ob das zu Genüge geschieht? Das kommt sicherlich auf einen selbst, auf das Fach, Lehrende und auf den Lehrplan an. 

Warum lernen wir also heute, was wir lernen, wie wir es lernen? Der Bologna-Prozess, in dem Studiengänge europaweit vereinheitlicht wurden, macht – in Theorie – ein Studium in 6 bzw. 2 Semestern möglich, verringert die Studiendauer und die Anzahl an Studiumsabbrecher:innen. Freie Wahlbereiche und Nebenfächer ermöglichen ein Blick in Nachbardisziplinen und über den Tellerrand hinaus. In Praxis? Eine Abfertigung von Studierenden in Regelstudienzeit (wer es schafft), überfüllte Kurse dank vollkommen unterfinanzierten Studiengängen und Lehrplänen, die oft vollkommen verschult sind und bei beiläufigem Jobben, Care-Arbeit und sonstigen Belastungen Menschen an den Rand der physischen und mentalen Leistungsfähigkeit bringen. Ob Bologna für einen selbst Fluch oder Segen ist, wird einem erst das Studium zeigen (Studihub 2020). 

In der Geographie an der Universität Hamburg haben wir das Glück, dass ein recht großer Wahlbereich und eine beinahe freie Wahl an Ergänzungsfächern im Bachelor relativ viel Platz lässt, sich im Studium auszutoben und in Nachbardisziplinen Fähigkeiten und Wissen zu erwerben. Kritisches Studieren geht aber darüber hinaus, Hinterfragen postkolonialen Erbes (zur weiteren Auseinandersetzung siehe Postkoloniale Theorie) ist eine Aufgabe, die nicht auf dem Lehrplan steht, sondern jede Person eigenständig zu erledigen hat – selbstverständlich können Kurse mit jeweiligen Schwerpunkten belegt werden – das bedeutet allerdings nicht, dass ein Platz in einem solchen Kurs auch für einen frei sein wird. An dieser Stelle ist Selbststudium und Selbstreflexion angebracht. Glücklicherweise gibt es viele Dozierende und wissenschaftliche Mitarbeiter:innen, die critical Geography (zum Begriff und weiteren Auseinandersetzung: Geographie mal anders – Die Suche nach emanzipatorischer Theorie und Praxis) zu ihrem Schwerpunkt gemacht haben und gerne mit euch zusammenkommen, wenn ihr euch mehr mit eurer Rolle in der Geographie auseinandersetzen möchtet (AG Kritische Geographien Globaler Ungleichheiten 2019).

4. Wer lehrt eigentlich? – über Autorität am Lehrstuhl & das Kritisieren von Autoritätspersonen

Personen der Wissenschaft und Lehre zu entmystifizieren ist wichtig, um Wissenschaft kritisch hinterfragen zu können – auch, wenn es schwerfällt, und ihnen das manchmal selbst nicht so gut gefällt. Das bedeutet nicht, dass man im gleichen Zuge Arbeit nicht wertschätzen und respektieren kann und sollte – aber man muss und sollte vor allem nicht alles schlucken, was einem die Universität im Lehrplan vorsetzt oder was eine Person einem vermitteln möchte. Vor allem sollte Kritik, dort wo sie angebracht ist – z.B. wenn die Lehrperson kein Interesse an der Lehre zeigt und somit die Veranstaltung ihren Zweck nicht erfüllt  – auch frühzeitig geäußert werden. 

Professor:innen, Doktorand:innen, wissenschaftliche Mitarbeiter:innen – jede Person, die an der Universität Wissen vermittelt – hat zu irgendeinem Zeitpunkt ähnlich wie wir selbst einmal angefangen. Das muss kein Studium sein, aber in jedem Fall war es Wissbegier. Es ist gut, sich vor Augen zu führen, dass dies Menschen sind, die ihre eigenen Personen sind, Meinungen haben und diese vertreten, sich selbst auf einem politischen Spektrum verordnen und versuchen, Konzepte und Theorien zu erklären, die sie selbst aufgestellt oder verstanden haben. Es ist super wichtig und unabdingbar, gerade Dozierende, die Autorität ausüben und eine Vorbildfunktion aufgrund ihres Status in der Universitätshierarchie genießen, auf Dinge aufmerksam zu machen, die nicht zu tolerieren sind – z.B. rassistisches, antisemitisches, sexistisches und homophobes oder auf andere Weise diskriminierendes Verhalten.  Dozierende, Vortragende und sich äußernde Personen im wissenschaftlichen Kontext sind nicht unfehlbar und können sich gezwungenermaßen auch nicht neutral verhalten (siehe 5.). Das ist klar, doch das Machtgefälle zwischen Student:in und Dozent:in macht es nicht gerade leicht, den Mund aufzubekommen. Wenn ihr ein solches Verhalten mitbekommt, ist es dennoch unabdingbar, dass ihr aktiv werdet – auch wenn es schwierig ist, passende Ansprechpersonen zu finden. Ein erster Schritt kann immer sein, zum FSR zu kommen.

Gleiches gilt für wissenschaftliche Journals, für Bücher, für alles, was mit dem Anspruch konsumiert wird, daraus Wissen zu ziehen – es sollte bezüglich der ‘message’, die transportiert wird, hinterfragt werden! Nur, weil etwas im Science Magazin steht, muss man es nicht als für gut oder richtig erachten; nur weil es in Nature steht, ist es nicht mit dem Silberlöffel zu schlucken. Studium soll zum kritischen Denken anregen – aber dafür muss man aktiv alle Sinne anstrengen, und auch Widerworte dürfen und sollten dazugehören.

5. Wie studiere, forsche und schreibe ich eigentlich? – über Perspektivismus & Positionalismus in der Wissenschaft

So wie Theorien und Perspektiven in Vorlesungen nicht objektiv sein können, sind auch eigene Eindrücke und Bewertungen stets von der Person beeinflusst, die wir sind – also uns selbst, unserer Positionalität, Subjektivität, Emotionalität etc. (siehe Fenge et al. 2019; Whitson 2017). Hier von Emotionalität zu sprechen scheint widersprüchlich, da in den meisten Fällen der wissenschaftliche Standard gesetzt wird, objektiv wissenschaftlich zu schreiben – Daten objektiv auszuwerten, einen Text objektiv zu lesen und nicht unsere eigene Meinung oder Emotion hineinzuinterpretieren. Dies kann nicht gelingen. Wenn wir uns unsere Positionalität anschauen, wird unser Wirken in Wissenschaft allein schon durch unser Privileg überhaupt studieren zu können beeinflusst. Eine andere Person – die aufgrund von Benachteiligungen vielleicht gar nicht studieren kann – hätte garantiert eine andere Rolle und somit Einfluss im wissenschaftlichen Betrieb. Und auch Emotionen können wir nicht einfach aus dem Prozess des wissenschaftlichen Arbeiten wegdenken (siehe Hubbard et al. 2001)  – oder lässt du dein ganzes Selbst, deine Zweifel, schlechte Laune, Müdigkeit oder frische Verliebtheitsgefühle zuhause, wenn du dich in den Hörsaal oder die Bib setzt, um wissenschaftlich zu arbeiten? All dies und deine Positionalität bleiben bei dir.

Um diesen Begriff, Positionalität, mit mehr Leben zu füllen, wäre es an dieser Stelle angebracht, dass du dir überlegst (zugegeben, das ist nicht einfach), mit welchen Augen und welcher Perspektive du diesen Text liest:

Bin ich z.B. ein weißer cis-hetero able-bodied Mann, eine weiße cis-hetero able-bodied Frau und habe keine finanziellen Probleme, oder trifft das nicht auf mich zu?

Da hätten wir verschiedene Punkte, die aufgrund der eigenen Positionalität unsichtbar bleiben, da wir bestimmte Erfahrungen einfach nicht machen. Mache ich mir bereits schon beim Recherchieren meines Themas schon keine Gedanken über Perspektiven von BIPoC, queeren Menschen, Menschen mit Behinderung? Oder denke ich vielleicht sogar, dass diese Perspektiven ohnehin keine Rollen spielen? Sind das die Gründe, weswegen ich diesen Text überhaupt erst lesen kann, da er mir von allen Seiten aus barrierefrei erscheint? 

Viel Forschungsarbeit wird von Ländern des globalen Nordens aus, in Ländern des globalen Südens betrieben – andersherum findet dieser wissenschaftliche Austausch wenig statt. Zur Einordnung: “Die Begriffe ‘globaler Norden’ und ‘globaler Süden’ sind keine geographischen Bezeichnungen […], sondern deuten die weltpolitische und wirtschaftliche Stellung einzelner Gesellschaften an, wobei es in den Gesellschaften des globalen Nordens auch sehr arme und politisch einflusslose Regionen gibt und in denen des globalen Südens sehr wohlhabende und mächtige” (Brand, Wissen 2011: 78). Warum das so ist, dürfte Vielen bekannt sein – Kolonialismus, Imperialismus, Völkermord und jahrhundertelange strukturelle Unterdrückung prägen bis heute Strukturen, von denen neben Staaten und Konzernen auch der wissenschaftliche Output von Elite-Universitäten ehemaliger Kolonialmächte profitiert (Frage an dich selbst – studierst du u.A. Geographie, weil es dich reizt, in andere Länder zu reisen?). Dabei kommt es häufig zu einer Aneignung von Wissen der lokalen Bevölkerung durch Wissenschaftler:innen – dieses Wissen wird dann zur Profilierung in der Wissenschaftswelt genutzt (inklusive monetäre Bereicherung) und nicht selten gehen dabei die eigentlich Wissenschaffenden leer aus oder müssen für den wissenschaftlichen Zugang noch bezahlen (vgl. Chhikara 2020: 421). Das bedeutet nicht, dass es per se verwerflich ist, in einem anderen Land zu forschen – aber jemensch sollte sich gut damit auseinandersetzen, was es eigentlich bedeutet, mit Leichtigkeit oder Privilegien (Stipendium, politische Sicherheit vor Ort, Bonus für die Vita) einen Auslandsaufenthalt zu absolvieren. Dazu gehört auch sich bewusst zu werden, in welchen sozialen Machtstrukturen eine Forschungsarbeit im Feld entsteht und wem sie, außer einem selbst, eigentlich nützt oder wem sie vielleicht sogar schaden könnte (siehe McDowell 1992). 

Wissenschaftliche Erkenntnisse wollen auch geschrieben werden – sodass sie für alle zugänglich sind. Für alle? Beim Schreiben sollten wir uns bewusst machen, dass wir Adressat:innen haben. Sind es unsere Professor:innen, Leser:innen einer Zeitschrift oder eines Blogs, oder Teilnehmende unserer Umfrage, deren Ergebnisse wir gerade aufschreiben? Unsere Erkenntnisse sind also nicht automatisch für alle zugänglich, es gibt allerdings noch mehr Hürden. Wissenschaftliche Sprache kann sehr kompliziert sein und seien wir mal ehrlich, wer außer ein kleiner Dunstkreis um die Fachdisziplin liest sich solche ellenlangen, langweiligen Texte durch? Und wenn wir schon in der Forschung nicht objektiv sein können, weil uns unsere Emotionalität und Positionalität in die Quere kommen – können wir das dann beim Schreiben? Oder sollten wir konsequenterweise auch hier darauf achten, dass wir unsere Forschung nicht glätten, sondern all unsere Fehler, Zweifel, Scheitern und (widersprüchliche) Emotionen mit beschreiben? Wie soll die Präsentation unserer Ergebnisse aussehen? (siehe Badenhorst, Moloney et al. 2015; Fine, Weis 1996; Mallon, Elliott 2019; Burlingame 2019). Fragen die wir uns alle stellen sollten sind: Wie und warum studiere ich? Wie möchte ich Lernen und forschen? Wer profitiert (nicht) von meinem Wirken? Für wen schreibe ich (nicht)? Was schreibe ich (nicht)? All das sind Fragen, die im geschäftigen Studienalltag, manchmal untergehen und deren Beantwortung alles andere als leicht ist. Trotzdem plädieren wir für eine Auseinandersetzung mit ihnen.

6. Was reproduziere ich? – über meistzitierte Literatur, peer-reviewed articles & Expert:innenwissen

Zu Beginn des Studiums wird schnell gelernt, wie wissenschaftliches Arbeiten geht (was ist wissenschaftliches Arbeiten?). Schnell sind wichtige Sammelwerke, meistzitierte Autor:innen, die angeblichen Expertinnen auf ihren Gebieten bekannt, und die meisten Suchmaschinen können nach Relevanz & Anzahl Zitationen sortiert werden. Es ist ein Schneeballsystem, in dem man schnell findet, was man braucht, und es nützt jenen, die ohnehin schon viel zitiert und in der Wissenschaftswelt gut verknüpft sind. Das veröffentlichen von Papern in höchstrangigen Journals kostet in der Regel mehrere hundert Euro, hierbei werden etwa 50% der Paper nicht zitiert, während sich ein Großteil der Zitationen auf wenige einzelne Paper beschränken (van Noorden, Maher & Nuzzo 2014). Gegenseitiges Zitieren unter Kolleg:innen ist in der wissenschaftlichen Welt ebenfalls keine Seltenheit, um sich im Ranking auf GoogleScholar, Researchgate und Co zu pushen – ein viel zitiertes Paper muss daher nicht für die Qualität des Papers sprechen. Das PeerReview hat unter Umständen die eigene Forschungsgruppe gemacht, und die Zitationen stammen aus den letzten Veröffentlichungen von de/r/s Autor:in (es gibt Autor:innen, die es schaffen, sich 20 Mal in einem Werk selbst zu zitieren … ). Zitierte:r Autor:in zu sein, hat also nicht nur Connections in der wissenschaftlichen Welt zu tun, sondern auch mit den Möglichkeiten, überhaupt veröffentlichen zu können – womit wir wieder bei 1. wären (siehe hierzu Lüthje, C (2017): Interne Informelle Wissenschaftskommunikation).

Nicht jedes Wissen findet man auf Google Scholar. Die ganz klar im wissenschaftlichen, zumindest universitären Kontext abgewertete graue Literatur enthält Wissen, die es manchmal nie in Publikationen schafft. Von Zeitungen über Podcasts, Instagram, Kundgebungen und Demos – Wissen, z.B. von Erfahrungsexpert:innen, ist überall zu finden, denn nicht jemensch hat Zugang zum Elfenbeinturm. Und auch hierbei ist natürlich wichtig, daran zu denken, welches Wissen reproduziert wird – natürlich ist es für die Hausarbeit wichtig, die anerkannte Standardtheorie aus den 70ern zu erwähnen (und wenn man sie murks findet, dann unbedingt kritisieren!), wenn Mensch allerdings eine Forschungsarbeit über Stadtentwicklung in z.B. Addis Abeba, Äthiopien schreibt, und hierbei nur weiße Europäer:innen zitiert, dann sollte Mensch seinen Forschungsansatz deutlich in Frage stellen und nochmal überdenken, was Mensch da eigentlich macht.

Was das gefährliche an einseitigen Erzählungen ist, erzählt Chimamanda Ngozi Adichie in einem TedGlobal Talk:

Adichie, Chimamanda Ngozi (2009): The danger of a single story. TEDGlobal 2009

7. Wie politisch kann, darf, muss Wissenschaft sein? – über die Rolle der Wissenschaft und Wissenschaftler:innen in der Welt

Zu dieser Frage werden sicherlich viele Menschen viele verschiedene Meinungen haben. Es gibt die Auffassung, dass Wissenschaft in erster Linie eine aufklärende Rolle hat, als beratende Funktion für Politik zur Seite steht – so wie es die Wissenschaftler:innen u.A. tun, die am IPCC Bericht mitschreiben und mit ihren Erkenntnissen indirekt Einfluss auf Gesetzgebende ausüben. Das macht Wissenschaft aber nicht frei davon, politisch zu sein. Eine vermeintlich rein physisch geographische Hausarbeit über das Schwarmverhalten von Heuschrecken kann, finanziert von den richtigen (oder falschen) Geldgeber:innen, in den Händen vom Militär landen und für Dronenentwicklung genutzt werden. Eine vermeintlich rein stadtgeographische Hausarbeit über grüne Quartiersentwicklung kann Potenzial für investorengestützte Wohnraumentwicklung bieten, die finanziell benachteiligte Gruppen aus diesem Viertel vertreibt. Und auch die Forschung anderer, die wir an der Universität aufnehmen, von Vorlesungen über Seminare, aber auch Vorträge, Interessenskreise und Bücher sind nicht frei von politischen Überzeugungen, Meinungsbildern und versteckten -ismen; und manchmal wird Propaganda auch gar nicht erst versteckt. Die Augen und Ohren offen zu halten, ist daher sehr, sehr wichtig.

Es ist wichtig, dass gut recherchierte Wissenschaft eine Rolle im politischen Diskurs einnimmt (siehe z.B. Beispiele wie IPCC, Scientists for Future), aber auch Wissenschaftler:innen können sich irren, sich kaufen lassen und gekauft werden oder Lobbyarbeit betreiben. Man kann sich z.B. wundern, wenn Lungenfachärzte sich für Dieselkonzerne aussprechen (UBA 2020; Deckwirth 2019, Süddeutsche Zeitung 2019) oder Glyphosat als Biodiversität-rettendes, pflanzenvernichtendes Mittel in Science angepriesen wird (Weiss 2020). Und genau so kann Pseudowissenschaft weite Kreise ziehen. Deshalb ist es gut, sich Gedanken zu machen, was man selbst mit seiner Forschung verfolgt (auch unbewusst!) und wem man Gehör & Vertrauen schenkt.   

8. Welche Hierarchien existieren innerhalb der Uni? – über Macht,  Ausbeutung und Diskriminierung

“Es gibt immer Menschen, die durch ihre besonderen Privilegien (weiß / männlich / nicht-”behindert” / heterosexuell etc.) eine Überlegenheit und mehr Chancen haben und damit in einer machtvolleren Position gegenüber weniger privilegierten Menschen stehen. Diese Machtverhältnisse prägen alle gesellschaftlichen Bereiche, wie zum Beispiel Institutionen oder zwischenmenschliche Beziehungen.“

(Quix Glossar, Stichwort: Macht(verhältnisse/strukturen))

Auch die Universität ist nicht frei von solchen Hierarchien (und schafft sie), auch wenn sie gerade ein Ort ist, an denen an vielen Stellen von genau diesen Ungleichheiten gesprochen wird und diese aufgearbeitet werden. Nicht umsonst fällt auf, dass es mehr Professoren als Professorinnen gibt, dass es im Geomatikum auf dem Siebten und Achten Stock nach wie vor nur Toiletten gibt, die explizit von Männern und Frauen zu benutzen sind (wir sprechen an dieser Stelle in einem heteronormativen genderbinärem System von weiblich und männlich gelesenen Menschen). Die Mensa des Geomatikums ist nicht barrierefrei, sondern nur über Stufen zu erreichen, genauso wie viele andere Bereiche des Gebäudes – wer erkrankt ist, muss sich an der Universität immer und immer wieder beweisen, ob fachlich oder mit Attesten. Ein Großteil der Studierenden und des Personals sind weiß – und die Menschen, die in aller Frühe das Gebäude reinigen, sind häufig People (Women) of Color. Die gläserne Decke existiert für sehr viele Menschen und es ist an jenen, die nicht zu marginalisierten Gruppen zu gehören, den Status Quo herauszufordern und täglich zu hinterfragen.

Auch an unserer Universität bestehen Machtverhältnisse, die sich auf dein Studium und Wohlbefinden auswirken können, wenn sie die Form von Diskriminierung oder Ausbeutung annehmen. Deshalb möchten wir dir im Folgenden einen kurzen Überblick darüber bieten, wie diese Verhältnisse entstanden sind, an welchen Stellen sie sich äußern können, und was du tun kannst, wenn du das Gefühl hast, Opfer von Ausbeutung und/oder Diskriminierung geworden zu sein.

Die Gesellschaft, in der wir heute leben, ist von diversen Strukturen geprägt, die sich auch an der Universität Hamburg durch die hier etablierten Hierarchien und Machtverhältnisse bemerkbar machen. Grundlage für die Privilegien, die Profiteur:innen dieser Strukturen gegenüber den weniger Privilegierten genießen, sind unter anderem Geschlecht, Hautfarbe, sexuelle Orientierung oder das Abhandensein von Beeinträchtigungen.  Die in Deutschland existierenden universitären Strukturen basieren dabei auf Machtverhältnissen, die im frühen 18. Jahrhundert manifestiert wurden. Die damals vorherrschende gesellschaftliche Ordnung des Imperialen/Kolonialen Zeitalters stellte den wohlhabenden ‚weißen Mann‘ an die Spitze, auch im universitären Kontext. Dank seines Privilegs wurde die (universitäre) Geschichtsschreibung in der Vergangenheit primär durch ihn geprägt. Seine Hegemonie, also Vormachtstellung, äußert sich unter anderem darin, welche Inhalte in einem universitären Kontext gelehrt und erforscht werden, in welcher Form diese Inhalte vermittelt werden, wer lehren darf (vgl. Raphael 2010 und Schnicke 2015).

Allgemeiner ausgedrückt „gibt es ökonomische, soziale, situative, rechtliche, politische etc. Macht, die auf institutioneller (z.B, Gesetze, Arbeitsmarkt), zwischenmenschlicher (z.B. Mobbing, sexuelle Belästigung) und “kulturell”-gesellschaftlicher Ebene (z.B. Normen, Werte, Werbung, Film) wirkt. Ungleiche Machtverhältnisse führen zu Bevorteilung (Privilegierung) und Benachteiligung (Diskriminierung), wie Sexismus, Rassismus, Ableismus, Klassismus” (Quix Glossar, Stichwort: Macht(verhältnisse/strukturen)). Auch wenn es in jüngerer Zeit zunehmend Bemühungen gibt, diese patriarchalen Strukturen aufzubrechen, existieren sie nach jahrhundertelanger Aufrechterhaltung weiterhin. Sie werden durch außersystemische Strukturen genährt und kommen im alltäglichen Leben und Miteinander an der Universität, einschließlich unseres Instituts, immer wieder zum Tragen. Besonders auf Studierendenseite entsteht dabei ein Machtungleichgewicht zu ihren Ungunsten.

Entscheidend dabei ist, dass sich vor allem Studierende, ebenso aber auch studentische Angestellte, Promovierende, Habilitierende und Auszubildende am unteren Ende eines hierarchischen Gefälles befinden. Die Hochschulrektorenkonferenz (HRK) spricht von einer „besonderen Verwundbarkeit” (Hochschulkonferenz 2018). Diese ist bedingt durch die im Studium und in der Qualifikations- oder Ausbildungsphase auftretenden und bestehenden Abhängigkeitsverhältnisse, die innerhalb der universitären Hierarchie eigentlich immer vorhanden sind (vgl. Bukof), auch wenn sie nicht immer unmittelbar zu erkennen sind – beispielsweise ist es für Studierende nicht abschätzbar, in welcher Form sie im Verlauf ihres Studiums mit der Vielzahl der wissenschaftlichen Angestellten durch Lehre, Zusammenarbeit, Prüfungsformate, Betreuungsverhältnisse o. Ä. zusammentreffen werden.

Da durch die Natur unserer Fachdisziplin informeller Umgang außerhalb des Seminarraums, beispielsweise in Form informeller Veranstaltungen, in besonderem Maße an unserem Institut vertreten ist, bleibt zu erwähnen, dass die HRK dazu anregt, „Exkursionen (und Kongressreisen), bei denen die Gruppendynamik in einen semiprivaten Bereich führt, besonders sensibel zu betrachten”

(Hochschulkonferenz 2018)

Die besondere Verwundbarkeit, der Studierende, studentische Angestellte, Promovierende, Habilitierende und Auszubildende an der UHH ausgesetzt sind, bietet eine große Angriffsfläche für Diskriminierung und Ausbeutung. Ein solches Verhalten von Seiten desjenigen in der hierarchisch überlegenen Position kann im Schlimmstfall bewusst passieren; beispielsweise schreibt die Bundeskonferenz der Frauen- und Gleistellungsbeauftragten an Hochschulen e.V. im Hinblick auf Sexualisierte Diskriminierung: „SDG hat nichts mit Sexualität, sondern mit Macht zu tun: Der Lustgewinn liegt in der Machtausübung gegenüber Abhängigen und in der Demütigung des Opfers“ (Bukof o.J). Auf der anderen Seite ist es aber auch denkbar, dass sich die hierarchisch überlegene Person gar nicht selbst darüber bewusst ist, eine Diskriminierung oder Ausbeutung aus der eigenen Position heraus vorzunehmen. Offensichtliches Fehlverhalten wie tätliche oder verbale Übergriffe können eindeutig zu erkennen und zu benennen sein, aber was ist mit deutlich subtileren Formen, wie beispielsweise der eingangs erwähnten Bevorteiligung oder Benachteiligung von Studierenden?

Nachdem nun deutlich ist, dass Raum für Machtmissbrauch gegeben ist, stellt sich die Frage, wie damit umgegangen werden kann. Die Universität besitzt eine zentrale Anlaufstelle, die ihr hier finden könnt:

https://www.uni-hamburg.de/campuscenter/beratung/beschwerdestellen/beschwerdestelle-studierende.html

Vorhanden sind außerdem zentrale Beratungsangebote:

https://www.uni-hamburg.de/campuscenter/beratung/beratungsangebote.html

Ferner haben unser Fachbereich und unser Institut Gleichstellungsbeauftragte, an die man sich wenden kann: https://www.geo.uni-hamburg.de/ueber-den-fachbereich/gleichstellung.html.

Hier stellt sich jedoch das Problem, dass die Universität mit teils veralteten oder unklaren Definitionen dafür arbeitet, wann ein Machtmissbrauch überhaupt gegeben sein könnte. Beispielsweise gibt es eine „Richtlinie gegen sexuelle Diskriminierung und Gewalt”, die allerdings von 1996 stammt und somit die Fortschritte der letzten Jahre außer Acht lässt. Ob eine solche interne Richtlinie auch über rassistische Diskriminierung an unserer Universität existiert, ist uns bezeichnender Weise nicht bekannt und konnte bisher nicht gefunden werden. Aufgrund der definitorischen Schwierigkeiten möchten wir euch dazu anhalten, anhand von durch Diskriminierung auftretenden Symptomen zu überprüfen, ob dir gegenüber ein Machtmissbrauch stattgefunden haben könnte. Sollte das Verhalten von Angestellten des Instituts für Geographie bei euch Selbstzweifel, Schamgefühle, Ohnmacht, Wut, Verzweiflung, Isolation, Ängste, Depressionen, psychosomatische Beschwerden und Erkrankungen, mangelnde Konzentrationsfähigkeit, erhöhte Fehlzeiten aus Scheu vor dem Studien- oder Arbeitsplatz oder Überlegungen zum Wechsel der Seminare, des Studienfachs oder -ortes / des Arbeitsplatzes oder Studienabbruchs oder eine Behinderung der freien Entfaltung von Leistungspotenzialen und Karrierechancen (vgl. Universität Hamburg (2019), Campuscenter, Beratung sexuelle Diskriminierung und Gewalt) auslösen, dann könnte dies der Fall sein. Bei den aufgezählten Symptomen handelt es sich um die auf der Seite der entsprechenden Beratungsstelle an der UHH aufgelisteten Folgen sexueller Diskriminierung und Gewalt im speziellen, wir sehen diese jedoch auch im Zusammenhang mit jeder anderen Art von Diskriminierung.

Solltet ihr also davon betroffen sein, wäre dies ein Zeichen dafür, dass bei uns am Institut gerade etwas ordentlich schiefläuft und in so einer Situation wollen wir euch nicht alleine lassen, sondern selbstverständlich bestmöglich unterstützen. Habt bitte keine Scheu, uns vom FSR im Vertrauen anzusprechen. Wir werden unser bestmögliches tun, euch im Ernstfall zur Seite zu stehen. Erreichen könnt ihr uns immer per Mail unter oder sprecht einfach eine Person Eures Vertrauens innerhalb oder außerhalb des FSRs an. Wir finden Lösungen.

9. Quellen

Adichie, C. N. (2009): The danger of a single story. TEDGlobal 2009. Web. Online verfügbar unter: ted.com.

AG Kritische Geographien (2019): Arbeitsgruppe Kritische Geographien Globaler Ungleichheiten. Online Link.

Arndt, S.; Ofuatey-Alazard, N. (Hg.) (2019): Wie Rassismus aus Wörtern spricht. (K)Erben des Kolonialismus im Wissensarchiv deutsche Sprache. Ein kritisches Nachschlagewerk. Münster. ISBN: 978-3-89771-501-1 .

Badenhorst, C.; Moloney, C.; Rosales, J.; Dyer, J.; Ru, L. (2015): Beyond deficit: graduate student research-writing pedagogies. – In Teaching in Higher Education 20 (1). S. 1–11. DOI: 10.1080/13562517.2014.945160 .

bukof (Bundeskonferenz der Frauen- und Gleichstellungsbeauftragten an Hochschulen) (o.J.): Sexualisierte Diskriminierung und Gewalt. Kommissionen. Online verfügbar unter: https://bukof.de/kommissionen-liste/sexualisierte-diskriminierung-und-gewalt/. Zugriff: 25.10.2020.

Bundeskonverenz der Frauen- und Gleichstellungsbeauftragten an Hochschulen (bukof) (o.J.): Online-Handreichung “Sexualisierte Diskriminierung und Gewalt an Hochschulen.” Kommissionen. Online verfügbar unter: https://bukof.de/online-handreichung-sdg/#1492508190062-38ff2c70-ee02. Zugriff: 25.10.2020.

Bundesministerium für Forschung und Bildung (BMBF) (2020): Bildung in Deutschland 2020. Ein indikatorengestützter Bericht mit einer Analyse zu Bildung in einer digitalisierten Welt. Online Link.

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